Wenn im Winter die Lichter ausgehen

Die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine zeigen, welchen Einfluss geopolitische Interessen auf die Versorgung mit Öl und Gas haben. Derzeit verhandeln Moskau und Kiew über weitere Lieferung der kostbaren Rohstoffe. Indes warnt Russlands Energieminister die EU vor einer Versorgung der Ukraine durch europäische Staaten. Sollten solche Maßnahmen getroffen werden, hätte das womöglich Einschränkungen der Gaslieferungen zur Folge.

Ungeachtet der Krise in der ehemaligen Sowjetrepublik, soll mit den bereits vorhandenen Reserven der Winter gut überstanden werden. Offizielle Gutachten lassen daran zweifeln und auch andere EU-Länder dürften ihre Probleme mit einer Aussetzung der russischen Gaslieferungen haben.

Die Alternative zum Gas

Um sich langfristig von Gaslieferung egal aus welchem Teil der Erde zu emanzipieren, wäre sinnvoll wieder stärker in erneuerbare Energien zu investieren. War der Trend zu Solarthermieanlagen und Passiv-Häuser vor Jahren noch deutlich zu spüren, ist das gesamte Themengebiet seit dem offiziellen Ende der Atomenergie aus der Öffentlichkeit nahezu verschwunden.

Doch um den eigenen Gasverbrauch zu verringern stehen immer noch diverse Möglichkeiten zur Auswahl. Angeführt wird die Liste alternativer Brennstoffe von den sogenannten Holzpellets. Sie sehen aus wie kleine Zäpfchen und weisen im Vergleich zu Öl oder Gas eine deutlich neutralere CO2 Bilanz auf. Mit einer entsprechenden Anlage, die sich selbst nachfüllt, eignen sich die Pellets sogar für Mehrfamilienhäuser. Ebenfalls aus nachwachsendem Holz können ähnliche Anlagen mit Hackschnitzeln befeuert werden. Großes Plus hierbei ist die oft regionale Belieferung durch ortsansässige Bauern. Das spart gleichzeitig Kraftstoff und verbessert den Emissionswert.

Ein Passivhaus von Anfang an

Gerade beim Kauf von Immobilien oder aber beim Bau, können grundlegende Entscheidungen getroffen werden, die ausschlaggebend für das Einsparen von Energiekosten sind. Zwar sind solche Methoden mit hohen Investitionen verbunden, auf lange Sicht gesehen rechnet sich der Aufwand. Mit dem Bau eines Passivhauses sparen Immobilienbesitzer bis zu 90% Energiekosten im Vergleich zu unsanierten Altbauten und die Emission verringert sich um bis zu 4.000 kg CO2 jährlich. Zudem dürften die geringen Nebenkosten für die meisten Hauseigentümer äußerst interessant sein.

Wer diese Kosten nicht stemme kann oder möchte, hat natürlich auch noch die Möglichkeit das Beste aus seiner Gasheizung heraus zu holen. So können bereits Kosten durch den Austausch einer veralteten Heizungspumpe gespart werden. Aber auch ein sogenannter hydraulischer Abgleich wirkt wahre Wunder. Oftmals müssen Heizungen in weiter entfernten Räumen höher aufgedreht werden, da diese nur mangelhaft mit Heizungswasser versorgt werden. Ein solcher Ausgleich verbessert die Verteilung, wodurch sich die Heizkosten auf bis zu 10% verringern können. Zwar müssen für diese Modernisierung einige hundert Euro investiert werden, auf lange Sicht jedoch sparen Immobilieneigentümer daran. Solche Maßnahmen werden zudem seit Anfang April 2012 von der KfW mit dem Programm „Energieeffizient Sanieren“ gefördert.

Ist die Heizungsanlage grundsätzlich über 20 Jahre alt, ist die Technik in der Regel veraltet und die Leitung sanierungsbedürftig. Scheint eine Erneuerung der gesamten Heizungsanlage anfänglich ein zu großes Budget zu fordern, wird durch einfache Rechnungen deutlich, dass auch mit dieser Maßnahme auf Dauer viele Kosten eingesperrt werden können. Alternativ dazu haben Immobilieneigentümer die Möglichkeit ihre sanierte Gasheizung mit einer Solarthermieanlage zu koppeln. Das spart in der Regel weitere 25% der Heizkosten und die Immobilie gewinnt durch die Dachinstallation obendrein an Wert. Investitionen lohnen sich also in jedem Fall und durch entsprechende Förderprogramme, können sich auch Eigentümer mit geringen Rücklagen eine solche Modernisierung leisten.