Sorgt die neue Energieeinsparverordnung für einen vermehrten Einsatz von grünem Strom?

Die Energieeinsparverordnung – kurz EnEV – sorgt dafür, dass Wohnhäuser und weitere Gebäude energieeffizienter genutzt werden. Sie schreibt unter anderem vor, in welcher Weise gedämmt werden soll und welches Höchstalter für den verbauten Heizkessel gilt. Ende 2013 wurde die neue Fassung der Verordnung verabschiedet und im Mai 2014 trat bereits ein Großteil der neuen Richtlinien in Kraft. Nun stellt sich die Frage, ob zukünftig aufgrund der veränderten Regelungen grüner Strom vermehrt eingesetzt wird?

Neue Regeln insbesondere beim Hausverkauf

Einige der neuen Regeln betreffen insbesondere die Hauseigentümer, die mit Gedanken über einem Verkauf ihres Eigenheims spielen. Seit dem 01. Mai 2014 ist es Pflicht bereits in Immobilienanzeigen bei kommerziellen Medien die wichtigen Energiekennwerte auszugeben, sofern ein Energieausweis vorliegt. Spätestens bei der Durchführung eines Besichtigungstermins muss den Interessenten ein gültiger Energieausweis vorgezeigt werden. Der Umstand, dass somit Kaufinteressenten direkt auf den Energiestandard des Hauses aufmerksam gemacht werden, kann nach sich ziehen, dass das allgemeine Interesse nach den Kennwerten in der Gesellschaft ansteigt.

Das Interesse der potenziellen Käufer eine Immobilie zu suchen, die eine gute Energieeffizienzklasse aufweist, sollte den Eigentümern Ansporn sein stetige Modernisierungen im Sinne der EnEV durchzuführen. Gleichermaßen sorgt die Ausweispflicht dafür, dass sich potenzielle Käufer einer Immobilie mit den Energiekennwerten auseinander setzen müssen, um verschiedene Angebote miteinander vergleichen und diese zusätzlich bewerten zu können.

Motivation zum Einsatz von erneuerbarer Energie

Insbesondere umweltbewusste Menschen, die Wert auf eine gute und effiziente Nutzung von Strom legen, können sich über die neuen Regelungen der EnEV freuen. Sie ermöglichen bereits vor Besichtigungstermin und Nachhaken einen Überblick über die Energieeffizienz eines Gebäudes. Im Immobiliengeschäft herrscht somit erhöhte Transparenz und bessere Vergleichbarkeit. Grund genug für einige Eigentümer Anpassungen im Sinne der Verordnung durchzuführen und somit der beste zu sein.

Die Ausstellung eines Energieausweises ist jedoch auch mit Kosten verbunden. Hinzu kommt, dass es zwei verschiedene Arten des Ausweises gibt. In der Regel kann der Eigentümer frei entscheiden, welchen Ausweis er anfertigen lässt. Der Verbrauchsorientierte Energieausweis berücksichtigt die vergangenen drei Heizperioden. Der daraus resultierende Wert ist somit an recht subjektive und konjunkturelle Faktoren gekoppelt. Der Bedarfsausweis hingegen betrachtet das Baumaterial, die verbaute Heizanlage etc. und kann somit eine fundierte Aussage über den Energiestandard des Gebäudes machen. Letzterer Ausweis ist verständlicherweise teurer und wird somit seltener angefertigt.

Der Einsatz von erneuerbaren Energien wird bei der Berechnung der Energiekennwerte (Endenergiebedarf bzw. –verbrauch) positiv berücksichtig, sofern der entstandene Strom im unmittelbar räumlichen Zusammenhang erzeugt wurde, z.B. durch eine Solaranlage auf dem Dach. Ebenso muss der erzeugte Strom überwiegend selbst genutzt werden und lediglich der Überschuss in das öffentliche Netz eingespeist werden. Der Kennwert wird so geringer und erreicht unter Umstände eine bessere Energieeffizienzklasse. Dies kann sich positiv auf dem Markt auswirken und viel wichtiger noch macht sich der Einsatz der erneuerbaren Energien in der Regel auch im Geldbeutel bemerkbar.