Plastik: Der Verpackungs-Wahnsinn

Das Trennen von Müll wird in Deutschland wie in keinem anderen Staat betrieben. Die gelben Säcke, die sich vor den Häusern auftürmen erkennt jedes Kind. Und vor allem die gelben Säcke sind es, die immer mehr werden, denn wir produzieren immer mehr Plastikmüll.
Getränke werden aus der Einweg-Flasche konsumiert, der Kaffee aus dem „Becher-to go“ getrunken und sogar das Bio-Gemüse ist in eine Kunststoff-Verpackung eingeschweißt. Ist das wirklich ein Problem? Immerhin wird in Deutschland doch alles, was im gelben Sack landet recycelt – oder etwa nicht?

Die erschreckende Wahrheit ist: In Deutschland wird nur etwa die Hälfte des Plastikmülls tatsächlich recycelt. Die andere Hälfte wird in den Recyclinganlagen verbrannt.

Für unsere Umwelt hat das fatale Folgen. Die Bilder von Meerestieren, die im Plastikmüll verenden sind uns längst allen bekannt. Doch auch in unseren Seen und Flüssen hierzulande sind die Verschmutzungen durch den Kunststoffmüll bemerkbar. Wo wir auch hinsehen, entdecken wir Plastikflaschen oder Verpackungsfolien. Das Problem: Im Wasser lösen sich Schadstoffe aus dem Plastik, die von Fischen aufgenommen werden. Studien berichten von Fischen, die durch Mikro-Plastikteilchen in den Gewässern zu Zwittern werden und deren nachfolgende Generationen Geschlechtsmerkmale verlieren.
Im Raum bleibt die Frage, was die Schadstoffe und das Mikroplastik mit uns Menschen machen.

Die Deutschen sind Weltmeister im Recyceln. Doch was nützt es der Umwelt, wenn wir den Müll sauber trennen, doch gleichzeitig dieser Verpackungs-Wahnsinn betrieben wird.
Die Politik muss handeln. Strenge Vorgaben und Gesetze müssen geschaffen werden, um unsere Umwelt zu schützen. Durch Steuern auf Plastikverpackungen, die es in anderen europäischen Ländern zum Beispiel schon gibt, könnten Anreize geschaffen werden Produkte umweltfreundlich einzupacken oder unverpackt zu verkaufen. Die EU hat bisher eher das Gegenteil getan, indem sie per Gesetz die Einheitsverpackung abgeschafft hat. Die Folge: Produkte werden nicht mehr in Einheitsgrößen verkauft. Vielmehr wird mit mehr Verpackung mehr Inhalt vorgetäuscht. Der Trend geht also zur Produktion von mehr Müll.
Produkte werden in Plastik verpackt, weil sie so besser geschützt sein sollen. Einzelverpackungen von Gemüse sind für viele ein Anzeichen für eine bessere Hygiene der Produkte. Darüber hinaus sollen die bunten Verpackungen aus Plastik ansprechend fürs Auge sein. Ein Umdenken in der Gesellschaft könnte an dieser Stelle einen Strukturwandel bedeuten und dem Wahnsinn ein Ende setzen. Denn produziert wird auf lange Sicht nur, was auch nachgefragt wird.

Fazit:Ein bewusster Umgang mit Ressourcen und die Müllvermeidung sind kleine Schritte in eine bessere Zukunft.