Nachtstrom: Alles was Sie wissen müssen

Damit Strom nicht nur tagsüber genutzt wird, unterstützte der Staat in den 1970er Jahren die Nutzung von Niedertarifstrom, auch bekannt als Nachtstrom. Um Nachtstrom nutzen zu können, musste ein zweiter Stromzähler sowie eine Einrichtung zur Umschaltung auf den jeweiligen Tarif in den Haushalten installiert werden. Heute ist Nachtstrom nur noch selten günstiger als der normale Strom. Sollten Sie dennoch über eine Nachtspeicherheizung nachdenken, verraten wir Ihnen alles was Sie über den Oldie der Stromnutzung wissen sollten.

Nachtstrom ein Relikt aus den 1970er Jahren
Da in den Nachstunden der Stromverbrauch recht niedrig war, wurde in den 1950er und 1960er Jahren die Idee Nachtstroms entwickelt. Wer den Strom zwischen 22 Uhr und 6 Uhr nutzte, konnte von einem günstigeren Tarif profitieren, dem sogenannten Schwachlasttarif. So würden Kraftwerke tagsüber entlastet und Stromnetze durchgängig genutzt werden. Da aber die wenigstens Verbraucher in diesen Stunden Strom benötigten, wurde die Nachtspeicherheizung erfunden. Mit deren Hilfe konnte der Strom in der Nacht bezogen, aber gleichzeitig so gespeichert werden, dass er tagsüber verbraucht werden kann. Die Nutzung von Nachtstrom erfordert den Einbau eines Zweitarifzähler oder eines separaten Nachtstromzähler, damit der Versorger die Nutzung von Nacht- und Tagstrom unterscheiden kann.

Elektrospeicherheizungen mit Nachtstrom aufladen
In Deutschland heizen rund zwei Millionen Haushalte mit einer Elektrospeicherheizung, für welche sich der Nachtstrom besonders lohnen kann. Die Heizung kann sich so in der Nacht aufladen und tagsüber kann ganz normal geheizt werden. Diese Heizungsmodelle sind allerdings immer weniger in den deutschen Haushalten vertreten.

Nachtstrom vs. Tagstrom
Heute bieten nur noch wenige, meist lokale Versorger Nachstrom an. Doch trotz kleiner Auswahl an Nachtstromanbietern kann sich ein Tarifvergleich lohnen, auch wenn die die preislichen Vorteile aktuell sehr gering erscheinen, kann man einen guten Tarif finden, der 20% bis 40% günstiger als Tagstrom ist. Allerdings ist die Nutzung von Nachtstrom mit Doppelstromzähler und Nachtspeicherheizung meist aufwendiger.

Bevor Sie über die Abschaltung oder die Beschaffung einer Nachtstrominstallation nachdenken, vergleichen Sie Tarife und wägen Sie Kosten und Nutzen gewissenhaft ab.