Grünes Gewissen in der Stadt

Die Strompreise werden nicht spürbar geringer und bis die Energiewende tatsächlich greift und jede Kilowattstunde durch erneuerbare Energie erzeugt wurde, wird es noch einige Jahre dauern. Immobilieneigentümer in ländlichen Gegenden haben bereits seit vielen Jahren die Möglichkeit, ihren Stromverbrauch selbstbestimmt zu regulieren. Mit Hilfe von Solarthermie- und Photovoltaikanlagen gelingt es Strom und Warmwasser zu erzeugen und den Verbrauch durch private oder staatliche Anbieter zu verringern.

Grüner Strom für Stadtbewohner

Welche Chancen auf günstigen und vor allem grünen Strom haben nun aber Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der Stadt? Aktuelle Trends zeigen, dass sich auch immer mehr Vermieter für eine Umrüstung interessieren. Der Grund ist eindeutig, mittlerweile sind die Stromkosten durch Photovoltaik- und Solaranlagen bis zu drei Cent günstiger als die des Grundversorgers. Da ist eine einmalige Investition in grüne Energie eine verlockende Alternative für jeden Vermieter. Was bislang nur für private Hauseigentümer galt, setzt sich nun auch für Mehrfamilienhausbesitzer durch.

Das sich selbst konservative Wohnungsgesellschaften für den grünen Trend interessieren hat folgende Hintergründe. So ist die Installation nicht mehr so aufwändig wie noch vor ein paar Jahren. Die Handwerker haben keine Schwierigkeiten auch größere Anlagen sicher zu installieren und die einzelnen Wohneinheiten daran anzuschließen. Darüber hinaus bieten gerade Mehrfamilienhäuser erst die Fläche für große und ertragreiche Anlagen, wodurch ebenfalls die Eigenverbrauchsquote optimiert wird. Der bei einem Einfamilienhaus überschüssige Strom, muss bei Mehrfamilienhäusern nicht ins öffentliche Netz gespeist, sondern kann auf die einzelnen Wohnungen verteilt werden.

Vermieter profitiert von erneuerbarer Energie

Auf- und Einbauten wie Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen sorgen fast immer für eine Aufwertung der Immobilie. Eine Wertsteigerung vollzieht sich fast automatisch. Darüber hinaus kann ein Mehrfamilienhauseigentümer auch zum festen Stromanbieter seiner Mieter werden. Grundsätzlich hat er verschiedene Möglichkeiten sich zu positionieren.

Der Vermieter kann seinen Mieter den erzeugten Strom zusätzlich zur Verfügung stellen, ohne dass diese ihren Vertrag mit dem örtlichen Energieversorger aufgeben. Dadurch besteht die Gewissheit auch mit Strom versorgt zu werden, wenn gerade keine Sonne scheint. Alternativ kann der Vermieter aber auch als Vollversorger auftreten. In diesem Fall kauft er selbst eine bestimmte Menge Reservestrom vor Ort und bietet ein entsprechendes Komplettpaket an.

Vermieter sollten sich allerdings bewusst sein, das sie bei letzterem Modell zum Energieversorger werden. Rechtlich werden sie daraufhin mit großen internationalen Konzernen gleichwertig behandelt. Als Folge fallen neben der Umsatzsteuer auch die EEG-Umlage an. Zum Teil erhöhen sich die Abgaben noch Stromsteuer und gegebenenfalls weitere Gebühren. Diese Mehrkosten werden dann in der Regel an die Mieter abgegeben, sodass diese vorher informiert werden sollten. Denn am Ende kann der Vermieter seine Mieter nicht dazu zwingen, ihren Strom bei ihm zu kaufen. Wer dennoch eine Solaranlage oder vergleichbare Ausbauten beabsichtigt, klärt diesen Schritt am besten vorher und mit allen Beteiligten.