Energie aus der Tonne: sind Bioabfälle eine ungenutzte Energiequelle?

Biomüll hat nicht das beste Image: er stinkt, lockt Fliegen an und schimmelt vor allem im Sommer besonders schnell. Doch aus Biomüll lässt sich Gas gewinnen, aus dem später Strom erzeugt werden kann.
Denn Bioabfall ist ein energiereicher Wertstoff und in deutschen Großstädten kommen davon jährlich mehrere 100.000 Tausend Tonnen zusammen.

Aber wie viel Energie steckt tatsächlich noch in unseren Speiseabfällen?

Biomasse lässt sich zur Erzeugung von Energie nutzen. Derzeit bauen in ganz Deutschland Firmen zur Müllentsorgung kleine Kraftwerke sogenannte Vergärungsanlagen, die Biogas in nutzbare Energie umwandeln. Aus Tierdung, Grün- und Gartenabfällen sowie Speiseresten werden dann Strom und Wärme gemacht und wieder in die Leitungen eingespeist. Die Wärme, die bei der Verbrennung des Biogases entsteht, ist ein lukratives Nebenprodukt der Verbrennungsanlagen. Das ist eine klimafreundliche Alternative zu Kohle- oder Atomkraftwerken.
Pro Tonne Biomüll entstehen zwischen 80 und 140 m³ Biogas.
Zudem wird durch eine sinnvolle Verarbeitung das Sammeln des Biomülls zu einer ökologisch wertvollen Aufgabe.

Selbst Algen, die sonst in Seen und Teichen eher als Feind betrachtet wurden, können nun zur Energiequelle werden. Die Idee diese in speziellen Tanks zu kultivieren gibt es bereits.
Nach der Ernte können sie dann zu Öl oder Gas umgewandelt werden und ergeben bis zu 10 Mal mehr Treibstoff als Mais, der im Moment die Hauptquelle für die Herstellung von Biodiesel ist.

Fazit

Die Ökobilanz der Vergärungsanlagen ist gut, denn es wird weniger Kohlenstoffdioxid produziert, als beispielsweise bei einer Kompostierung. Darüber hinaus hat Biogas einen weiteren entscheidenden Vorteil und steht rund um die Uhr zur Verfügung, anders als Sonne und Wind.