Energie – aktuelles Thema der Bundesregierung

Die Energieeinsparverordnung ist in aller Munde, denn auch bei der Bundesregierung ist sie seit Oktober 2013 wieder ein Thema. Die EnEV soll novelliert und damit an die EU Richtlinie von 2010 angepasst werden. Auf viele Bauherren kommen zukünftig weitere Richtlinien zu, um das Gebäude so energieeffizient wie möglich auszustatten. Für Bestandgebäude soll es vorerst keine Änderungen geben. Dennoch lohnt sich in vielen Fällen das Eigenheim nach den neuesten Vorgaben der EnEV zu modernisieren und zu sanieren.

Energie sparen gesetzlich geregelt

Die Energieeinsparverordnung ist Teil des deutschen Wirtschaftsverwaltungsrechtes und baut auf die rechtlichen Grundlagen des Energieeinsparungsgesetztes (EnEG). Bestandteile sind Richtlinien für Bauherren über bautechnische Standardanforderungen für einen effizienten Betriebsenergiebedarf des Gebäudes bzw. des Bauprojektes. Erstmals als Zusammenfassung der Wärmeschutzverordnung und der Heizanlagenverordnung in Kraft getreten ist die Energieeinsparverordnung am 01. Februar 2002. Die letzte Änderung erfolgte mit dem 01. Oktober 2009. Die neueste Fassung liegt derzeit der Bundesregierung zum Beschluss vor und wird voraussichtlich nächstes Jahr in Kraft treten.

Durch die EnEV kam es zu Erweiterungen der bisherigen Verordnungen. Zum einen werden nun Anlagen einbezogen und insbesondere deren Verluste bei der Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Übergabe der Wärme berücksichtigt. Der Energiebedarf wird zudem nun primärenergetisch mit Hilfe eines Primärenergiefaktors bewertet. Durch die Anpassungen können nun Anlagetechniken und baulicher Wärmeschutz miteinander verrechnet werden. Beispielsweise dann, wenn eine schlechte Wärmedämmung, aber eine effiziente Heizungsanlage vorliegt.

Anforderungen und Richtlinien der EnEV

Naubau nach energetischen Vorgaben

Bei Neubauten kommen viele Vorgaben der Energieeinsparverordnung auf den Bauherrn zu. © Rainer Sturm / pixelio.de

Hauptanforderungsgröße ist der Jahresprimärbedarf eines Gebäudes im Vergleich mit einem Referenzobjekt. Hinzu kommt ein Gebäudetyp abhängiger Grenzwert. Damit ist die Energieeinsparverordnung gültig für alle Gebäude mit normaler und niedriger Innentemperatur wie beispielsweise Wohngebäude. Ausgenommen sind Gebäude wie Betriebsgebäude zur Tierhaltung, unterirdische Bauwerke, Gewächshäuser und Zelte oder ähnliches.

Berechnet wird in einem anzufertigen Energieausweis der Primärenergiebedarf. Dieser berücksichtigt den Energiebedarf für die Heizung und Warmwasser sowie die Verluste, die von der Gewinnung des Energieträgers an seiner Quelle über die Aufbereitung und den Transport bis zum Gebäude und innerhalb dessen währen der Verteilung und Speicherung im Gebäude anfallen. Somit kann gesagt werden, dass neben dem tatsächlichen Energiebedarf von Heizung und Warmwasser auch die Energieeffizienz der Anlagen berücksichtigt und anschließend mit einem Primärenergiefaktor berechnet wird.

Der eigentliche Energiebedarf ist die Energiemenge, die zur Deckung des Heizwärmebedarfs und den Trinkwasserwärmebedarfs einschließlich der Verluste der Anlagentechnik benötigt wird. Hierbei werden deutschlandweit gemittelte Klimaverhältnisse berücksichtig.

Die Zukunft mit der Energieeinsparverordnung

Ziel der Regierung und Grund für neue Verordnungen und Gesetze ist es, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu schaffen. Die Novelle der EnEV sieht eine einmalige Anhebung der Effizienzanforderungen für Neubauten um 25% ab 01. Januar 2016 vor. Zudem soll die Bedeutung des Energieausweises als wertvolle Informationsquelle gestärkt werden. Politiker haben absichtlich davon abgesehen neue Vorgaben für Bestandsbauten zu beschließen. Viel wichtiger ist es die Transparenz auf dem Immobilienmarkt zu verbessern, in dem Effizienzklassen für Gebäude in den Energieausweis und bei der Immobilienanzeige zur Pflicht werden.

Ab 2015 sollen Konstanttemperatur-Heizkessel stillgelegt werden und auch weitere Heizungsanlagen sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch wenig energieeffizient. In vielen Fällen hilft daher eine komplette Modernisierung der Anlagen und in diesem Schritt der Wechsel hin  zu alternativen Energien. Grüne Energie wie Solarstrom ist nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch sehr effizient und kostensparend. In vielen Fällen rechnet sich eine umfassende Sanierungsmaßnahme erst langfristig. Die teuren Anschaffungen können nur wenige Hausbesitzer bewältigen, daher gibt es an vielen Stellen umfangreiche Förderprogramme für energetische Sanierungsvorhaben.