Desertec – ein europäischer Strukturwandel

In Europa wird die Stimme nach erneuerbaren Energien von Jahr zu Jahr lauter – allen voran Deutschland. Doch nationale Pläne reichen nicht aus, wenn man einen Großteil der Energie in Europa von erneuerbaren Energien speisen möchte. Aus diesem Grund wurde Desertec ins Leben gerufen.

Was ist Desertec?

Desertec ist eine Investitionsgesellschaft von einigen Unternehmen, darunter viele aus Deutschland, die es sich zum Ziel gemacht haben das Eumena-Gebiet (Europe, Middle East, North Africa) best möglich für die Gewinnung von Strom zu nutzen und so nicht nur das Ganze Gebiet mit sauberen Strom zu versorgen sondern als Nebeneffekt erhofft man sich auch, dass diese wirtschaftliche Zusammenarbeit zu Frieden, gerade im mittleren Osten, zwischen den Staaten führt. Ähnliches ist ja schon mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) in Europa passiert.
Diese Zusammenarbeit ist aber auch nötig, denn Windkraft ist nur an Küsten effektiv, während Solarkraft natürlich am Rand der Sahara die größte Menge Energie schöpfen kann. Skandinavien und die Alpen dienen wiederum mit Pumpspeicherwerken als Speicherort für die überschüssige Energie zu windigen und sonnenreichen Zeiten. All diese lokalen Energieanlagen speisen dann in ein Netz ein, dass sich über das ganze Eumena-Gebiet legt.

Insgesamt soll bis 2050 eine Investitionssumme von 400 Milliarden Euro investiert worden sein. Allein das Netz der Gleichstromkabel, die den Strom über 3000 km von Afrika bis nach Nordeuropa transportieren sollen, nimmt einen großen Teil von dieser Summe in Anspruch. Schon heute sind die ersten Anlagen in Solarthermie und Photovoltaik in Marocco und Spanien installiert. Auch die großen offshore-Anlagen für Windkraft vor der deutschen Küste gehören zu diesem Verbund.

All diese Bemühungen werden sich auszahlen und etwa Strom wie 70 Kernkraftwerke produzieren. Dies reicht aber gerade einmal aus die Stromnachfrage Deutschlands zu befriedigen. Dies bedeudet aber immerhin etwa 15% des Gesamtstromverbrauchs der Region. Lokale Anlagen für erneuerbare Energien, wie z.B. die Solaranlagen auf Schuldächern etc.) sind deshalb auch weiterhin nötig und sollten gefördert werden. Nichtsdestotrotz werden wir wohl auch in absehbarer Zukunft auf fossile Brennstoffe zurückgreifen müssen, bis Fusionskraftwerke serienreif sind.